Wer kann helfen? Suche plastischen Chirurgen der dieser armen jungen Frau das Leben etwas erleichtern kann!

Inserat "Beach Beauty" von Panasonic

Inserat "Beach Beauty" von Panasonic

Als ich vor Kurzem die neue InStyle vom Juli durchblätterte fand ich weit mehr als nur die neuesten Trends: Das „Beach Beauty“-Inserat in DIN A4 von Panasonic.

Wie man es von Epilierer-Werbungen kennt räkeln sich hier meist (heiße) halbnackte Frauen an irgendeinem (meist gephotoshopten) Super-Sommer-Traum-Sandstrand. So aber nicht bei Panasonic. Gut, der Strand ist da, die halbnackte Frau auch. Aber irgendwie ist die ganz und gar nicht heiß. Eher das Gegenteil trifft zu: Die Taille des Models wurde komplett entstellt. Eingedellt als gäb´s kein morgen wird die vermeintliche Strandschönheit hier präsentiert. Würde diese Frau aus der Reklame steigen, so wäre sie wahrscheinlich unfähig gerade zu gehen, oder Kinder zu gebären – denn mit einer solchen Becken-, Hüft- und Brustkorbpartie kann ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen.

grafisch verhunzte Taille

grafisch verhunzte Taille

Richtig schade. Hier wurde eine wunderschöne Frau mit einer ohnehin tollen Figur unglaublich verhunzt, nur um ihren Körper noch schlanker zu machen. Aber irgendwann ist es eben aus, da hat auch die Technik ihre Grenzen (oder das Können eines Bildbearbeiters).

Man stelle sich vor: Morgens, halb 10 in Deutschland. Mit Kaffee in der einen und Mettbrötchen in der anderen Hand sitzt man gemütlich am Frühstückstisch, lauscht dem Radio oder liest Zeitung. Plötzlich – ein Klopfen an der Tür. Der Briefträger!

"Nichts erreicht dich wie ein Brief", Inseratsujet der Deutschen Post

"Nichts erreicht dich wie ein Brief", Inseratsujet der Deutschen Post

Wie immer wühlt er verloren in seiner großen Tasche nach Briefen und Rechnungen. Und dann – das Horrorszenario: Der immer freundliche Briefträger zieht eine Elektro-Säge aus seiner Tasche, reißt einem den karierten Flanell-Pyjama vom Leib und beginnt einem ein Rechteck aus der Brust zu schneiden. Dann wird noch ein bisschen gelötet und geschraubt. Fertig! Der Briefträger reinigt die Säge und packt sie wieder weg. Dann rammt er die Umschläge in die Brust. „Ihre Post!“. Und dann geht der gute Mann. Das könnte Kunden der Deutschen Post durchaus passieren! Der Beweis ist dieses DIN A4 Inserat, gesehen in der Zeitschrift „beef“. „Nichts erreicht dich wie ein Brief“ ist der Claim, der das Inserat am unteren Rand unterstützen soll. Mmmh. Nun gut, Briefe sind etwas Persönliches. Und ja, sie gehen einem ans Herz. Aber hätte man sich das so vorgestellt? Die Deutsche Post versucht hier aus den starren Konventionen, die der Post nun mal anhaften, auszubrechen: modern und innovativ will man sich darstellen – verängstigend und verwirrend ist man tatsächlich.

Im Gegensatz dazu, ein anderes Deutsche-Post-Inserat. Ebenfalls gesehen in der gleichen Ausgabe des „beef“. „Briefe halten Erinnerungen lebendig“ ist hier der Claim. Eine alte Frau, die ihre Briefe aus Jugendzeiten wieder hervorgekramt hat und sich ihnen mit Ruhe und einer Tasse Tee widmet. Schön. Die Idee wurde sehr liebevoll und intelligent umgesetzt – der Claim besser übersetzt.

"Briefe halten Erinnerungen lebendig", Inseratsujet der Deutschen Post

"Briefe halten Erinnerungen lebendig", Inseratsujet der Deutschen Post

Beide Inserate scheinen also, so unterschiedlich sie auch sein mögen, derselben Werbelinie anzugehören. Dies verrät vor allem die Komposition der Gestaltungslemente und die Tatsache, dass die beiden Inserate zur gleichen Zeit im selben Medium veröffentlicht wurden. Verwirrend? Ja! Was macht die Deutsche Post da bloß? Bei meiner Recherche nach den Sujets auf der Website der Deutschen Post bin ich nicht schlauer geworden. Man sieht die altbekannten Bilder: Postmitarbeiter, Firmenautos, hektisches Treiben. Kein halbgeschlachteter Mann, keine alte Frau mit Pippi-Langstrumpf-Zöpfchen. Es bleibt also spannend um die Inseratenlinie der Deutschen Post.

„Tz tz tz. Jetzt hast du dir einen Blog angelegt, da wirst du doch wohl auch bloggen!“ so meine innere Stimme, als ich heute in Betracht zog, nicht zu bloggen. Naja. Aber man lässt sich schließlich belehren. Anstoß zu diesem Sinneswandel  gab wohl hauptsächlich ein ziemlich schickes A4-Inserat von arte, entdeckt in der Gratis-Zeitschrift „in münchen“.

Inserat für den "arte summer of the 80s"

Inserat für den "arte summer of the 80s"

Wenn man an arte denkt, hat man unwilkürlich sofort das schlicht designte, grau-weiße Corporaten Design im Kopf. Eventuell erinnert sich der ein oder andere noch an das orange des Logos – aber das war´s dann auch. Klar, arte besticht durch Qualität und arbeitet nicht nach dem Motto „Am besten ist, wer am lautesten brüllt.“ Reportagen, Dokumentationen, ungewöhnliche Perspektiven und ganz viel Kultur machen arte zu dem, was es ist: wertvolles Bildungsfernsehen.

Grafik von Discokugel bis Telefon

Nichtsdestotrotz kann die grafische Umsetzung von Bildungsfernsehen richtig scharf aussehen: Nicht neu, sondern eher altbewährt, kommt arte diesen Sommer wieder mit dem „arte summer of … “ – diesmal „arte summer of the 80s“. Von Musik bis hin zu kulturellen Entwicklungen der besagten Zeit – der Sender versucht immer dienstags und donnerstags die Gedächtnislücken der Zuseher mit Madonna oder Falco zu schließen. Zu diesem Anlass wird selbstverständlich fleißig geschaltet. Nein, nicht mit der Fernbedienung durch die Sender, sondern mit Inseraten in Zeitschriften. So auch in der aktuellen Ausgabe des „inmünchen“. Wer hätte das erwartet? Das Design des Inserats entspricht nicht gerade der herkömmlichen grafischen Werbelinie, aber es gelang den Grafikern, das eher starre arte-Konzept in einer retro-kultigen Assoziationsexplosion aufzulösen: Wer genauer hinsieht, erkennt in ihr Dinge, ja gleichsam Statements einer Ära.

Alf, Discokugel und Telefon mit Wählscheibe

Alf, Discokugel und Telefon mit Wählscheibe

Angefangen von Alf, über Discokugeln bis hin zu Telefon mit Wählscheibe – hier gab man sich redlich Mühe, den Zeitgeist der 80er alle Lebensbereiche überspannend zu visualisieren. Auch die Revoluzzer-Hand mit Fernbedienung, die verheißungsvoll gen Himmel gestreckt ist, versprüht gemeinsam mit der Typo echt kultigen Charakter. Bei der Visualisierung der „80s“ wird gekonnt auf das Symbol der Schallplatten zurückgegriffen – und voilá: 1a. Das gesamte grafische Konzept wirkt in sich stimmig und bringt den passenden „trash“ mit – charakteristisch für die 80er.

Wer schon mal nach München gereist ist, der weiß, dass man sich nicht viel Besonderes erwartet: Ähnliches Essen und ähnlicher Dialekt – da kann man wohl nicht groß überrascht werden. Kann man nicht? Doch! Wie? Man besuche das Tollwood-Festival.

Rumpfs Solarsonnenblume: Stromversorgung für´s Tollwood

Rumpfs Solarsonnenblume: Stromversorgung für´s Tollwood

Hier vermischen sich Klänge, Künste und Gerüche der verschiedensten Kulturen – und das auch noch bio, fairtrade und ökologisch. Vielleicht ist es gerade dieser ganz besondere Spirit, der das Festival für Besucher so angenehm macht: fliegende Flaschen und Fäuste sind hier Tabu. Von afrikanisch essen bis marrokanisch tanzen – beim Tollwood ist alles möglich, solange es umweltbewusst passiert.

Photovoltaik, Kinetik, Kunst

Repräsentativ dafür ist eine 6 Meter hohe Solarsonnenblume im Herzen des Geländes im Olympiapark Süd. Der Künstler Odo Rumpf fertigte das Kunstwerk aus Industriefundstücken. Aber was kann dieses Ding? Die Solarblume dreht sich mit der Sonne und produziert Strom – klimafreundlich und regenerativ. So leistet sie einen wertvollen Beitrag zur Stromversorgung des Festivals und sieht auch noch ziemlich geil aus.

Fazit

Dieses Festival ist ein Muss für Münchenbesucher. Einzigartiges Flair vermischt mit sinnvollem Konzept – das ist das Geheimrezept des Tollwoods. Es bereichert jeden einzelnen auf ganz besondere Art und Weise – alle Daumen hoch! Da fühlt man sich ja beinahe unartig und böse, wenn man mit einem Gefährt anreist, das Feinstaub in der Luft verteilt. Aber vielleicht satteln wir auch um – auf Radltaxis mit Mucke a lá Fatboy Slim: check it out now – the funk soul brother…

follow me @twitter

Error: Twitter did not respond. Please wait a few minutes and refresh this page.

 

Januar 2012
M D M D F S S
« Jul    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Letzte Kommentare

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.