“Tz tz tz. Jetzt hast du dir einen Blog angelegt, da wirst du doch wohl auch bloggen!” so meine innere Stimme, als ich heute in Betracht zog, nicht zu bloggen. Naja. Aber man lässt sich schließlich belehren. Anstoß zu diesem Sinneswandel gab wohl hauptsächlich ein ziemlich schickes A4-Inserat von arte, entdeckt in der Gratis-Zeitschrift “in münchen”.
Wenn man an arte denkt, hat man unwilkürlich sofort das schlicht designte, grau-weiße Corporaten Design im Kopf. Eventuell erinnert sich der ein oder andere noch an das orange des Logos – aber das war´s dann auch. Klar, arte besticht durch Qualität und arbeitet nicht nach dem Motto “Am besten ist, wer am lautesten brüllt.” Reportagen, Dokumentationen, ungewöhnliche Perspektiven und ganz viel Kultur machen arte zu dem, was es ist: wertvolles Bildungsfernsehen.
Grafik von Discokugel bis Telefon
Nichtsdestotrotz kann die grafische Umsetzung von Bildungsfernsehen richtig scharf aussehen: Nicht neu, sondern eher altbewährt, kommt arte diesen Sommer wieder mit dem “arte summer of … ” – diesmal “arte summer of the 80s”. Von Musik bis hin zu kulturellen Entwicklungen der besagten Zeit – der Sender versucht immer dienstags und donnerstags die Gedächtnislücken der Zuseher mit Madonna oder Falco zu schließen. Zu diesem Anlass wird selbstverständlich fleißig geschaltet. Nein, nicht mit der Fernbedienung durch die Sender, sondern mit Inseraten in Zeitschriften. So auch in der aktuellen Ausgabe des “inmünchen”. Wer hätte das erwartet? Das Design des Inserats entspricht nicht gerade der herkömmlichen grafischen Werbelinie, aber es gelang den Grafikern, das eher starre arte-Konzept in einer retro-kultigen Assoziationsexplosion aufzulösen: Wer genauer hinsieht, erkennt in ihr Dinge, ja gleichsam Statements einer Ära.
Angefangen von Alf, über Discokugeln bis hin zu Telefon mit Wählscheibe – hier gab man sich redlich Mühe, den Zeitgeist der 80er alle Lebensbereiche überspannend zu visualisieren. Auch die Revoluzzer-Hand mit Fernbedienung, die verheißungsvoll gen Himmel gestreckt ist, versprüht gemeinsam mit der Typo echt kultigen Charakter. Bei der Visualisierung der “80s” wird gekonnt auf das Symbol der Schallplatten zurückgegriffen – und voilá: 1a. Das gesamte grafische Konzept wirkt in sich stimmig und bringt den passenden “trash” mit – charakteristisch für die 80er.



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